Sonntag, 11. November 2007

Aufbau, Inhalt und Nutzung von Clio-online

Wer sich mit Geschichte auf wissenschaftlicher Basis beschäftigen und dabei die Möglichkeiten des Netzes nutzen will, der/die findet in Clio-online ein zentrales Internet Fachportal vor, das Zugang zu umfangreichen Online-Ressourcen, aber auch die Möglichkeit zu fachlicher Kommunikation bietet. Grundlage dieses Fachportals ist der Zusammenschluss von in diesem Bereich führenden Institutionen in Deutschland, was dem Nutzer/der Nutzerin bereits vorweg einer gewisse Sicherheit gibt, hier die erforderlichen Ressourcen in der nötigen Breite zur Verfügung gestellt zu bekommen – allerdings auf Deutschland beschränkt.
Für den Zugriff auf das Angebot der Seite gibt es zwei mögliche Wege, die allerdings nur zum Teil die gleichen Inhalte erschließen. Bei einem Ersteinstieg empfiehlt sich der Zugang über die Rubrik Über Clio - Projekt, wo die Nutzungsmöglichkeiten systematisch aufgelistet werden. Da mir die Seite bisher nicht bekannt war, habe ich mich vorerst an dieser Möglichkeit orientiert. Allerdings kann über diesen Weg nicht auf alle Inhalte zugegriffen werden, ergänzend dazu muss der direkte Weg über die in der Hauptleiste aufscheinenden neun Rubriken gewählt werden. Der geübte User wird wohl in den meisten Fällen diesen direkten Zugang wählen, ausgenommen in jenen Fällen, in denen bestimmte Inhalte wiederum von dieser Seite her nicht zugänglich sind. Aus der Sicht der Erstnutzung würde es einiges zur Übersichtlichkeit beitragen, wenn beide Zugangsmöglichkeiten in Inhalt und Reihung weitgehend zur Deckung gebracht werden könnten.

Als erster Teilbereich wird in der genannten Rubrik das Modul Fachkommunikation und -information angeführt, das den Zugang zu drei Fachredaktionen in Berlin, Potsdam und Leipzig beinhaltet, die unterschiedliche Themenschwerpunkte abdecken. Darin können für das jeweilige Gebiet spezifische Informationen über Projekte, Tagungen, Termine, Rezensionen, Websites, Zeitschriften, Foren und Serviceleistungen, die bis zur Wohnungs- und Jobsuche reichen, abgefragt aber auch ausgetauscht werden, oder es kann nach bestimmten Institutionen, Personen, Themen und Quellen gesucht werden.
Das unter der Bezeichnung Elektronisches Publizieren angeführte Teilprojekt verfolgt die Absicht, die in der Wissenschaft noch weit verbreiteten Vorbehalte gegenüber dieser Form der Veröffentlichung abzubauen und technische Grundlagen für die Behebung eventueller Defizite zu entwickeln. Zu diesem Zweck werden beispielhaft drei Publikationsreihen im Volltext zugänglich gemacht, sowie verschiedene Informationen über das Projekt Clio-online selbst.
Eine Metasuchmaschine bietet die Möglichkeit zur parallelen Recherche in einer Vielzahl unterschiedlicher Datenbanken und die einfache Weiterverwendung der dabei erzielten Suchergebnisse. Komplexe Suchprozesse können dadurch entsprechend vereinfacht werden.
Eine eigene Suchmaschine wird für online verfügbare Rezensionen zur Verfügung gestellt, wobei die Angabe von Kooperationspartnern und Zeitschriften Information über die Ausgangsbasis bietet. Allerdings sollte diese Möglichkeit nur komplementär zu gedruckten Besprechungen gesehen werden, für deren Recherche die IBR (Internationale Bibliographie der Rezensionen) empfohlen wird. Ob Rezensionen nun über diese Zugänge, über die oben angeführten Fachredaktionen, über die Metasuchmaschine durch Zugriff auf die Rezensionsdatenbanken, oder aber über die dazu im Webverzeichnis angeführten Zeitschriften gesucht werden, hängt wohl von der spezifischen Suche ab, hier ist sicher einige Erfahrung notwendig.
Eine zentrale Bedeutung bei der Nutzung der Seite muss sicher den Verzeichnissen zugemessen werden, für die auch in der Hauptleiste jeweils eine eigene Rubrik eingerichtet ist, und hier vor allem dem Web-Verzeichnis, über dessen Aufbau und Nutzung ausführlich informiert wird. Hier können unter bestimmten Kategorien und Unterkategorien und mithilfe von Suchbegriffen gezielt Links aus einem Gesamtangebot herausgefiltert werden, das bereits einer qualitativen Vorauswahl unterzogen und mit entsprechender Kurzinformation zu jedem Link versehen wurde. Über ein entsprechendes Formular können außerdem vom User selbst entdeckte Links zur Aufnahme in das Verzeichnis vorgeschlagen werden. Diese breite Vorschlagsmöglichkeit bietet in Kombination mit der qualitativen Prüfung die Voraussetzung dafür, dass hier tatsächlich ein sehr brauchbarer Zugang zu geschichtswissenschaftlich interessanten Links gewährleistet wird.
Die anderen Verzeichnisse betreffen unterschiedliche Arten von Institutionen, weiters Forscher und Forscherinnen, die sich hier einer breiteren Fachöffentlichkeit vorstellen können, sowie verschiedene Serviceangebote, die unter der Rubrik Chancen zusammengefasst werden.
Clio-online bietet außerdem die Möglichkeit einer Personalisierung, wodurch E-Mail-Beiträge aus den angeführten Fachredaktionen direkt bezogen oder fachliche Informationen über die eigene Person im Verzeichnis Forscher/innen sichtbar gemacht werden können.

Zwei Teilbereiche sind nur direkt über die Hauptleiste zugänglich, einmal der Findmittelkatalog, der eine Suche in Archivbeständen, differenziert nach Epochen und Regionen ermöglicht, zum anderen eine Reihe von Überblicksartikel, die unter der Rubrik Guides übergreifende, regionale und thematische Fragen behandeln. Dabei eröffnen zum Beispiel die regionalen Guides eine über Deutschland hinausgehende Perspektive, indem sie zu einzelnen Ländern einen äußerst informativen Überblick, aber auch einige detaillierte Informationen zu verfügbaren Online-Ressourcen bieten, was sie zu einem geeigneten Einstieg in die jeweilige Thematik macht. Eine Erweiterung der noch sehr wenigen Themen und Länder wäre daher äußerst wünschenswert.

Obwohl ein erstes Kennenlernen von Clio-online vorerst nur eine umrisshafte Skizzierung und Beurteilung ermöglicht, scheint mir diese Seite trotz ihrer Zentrierung auf Deutschland ein ausgezeichneter Einstieg zu sein, um als Geschichtsstudent/-in einen Zugang zu den Möglichkeiten des Netzes zu gewinnen – Möglichkeiten, die allerdings erst durch die praktische Anwendung wirklich sichtbar gemacht und ausgeschöpft werden können.

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